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Aufklärung von Schwund

Die Innenrevision eines Büroartikelgroßhändlers stellte im Rahmen einer Inventur erhebliche Differenzen bzw. Schwund bei EDV-Geräten fest. Zudem gab es vermehrt Hinweise durch Mitarbeiter auf leere Verpackungen im Großlager des Versandhändlers. In Verdacht geriet ein Mitarbeiter der Warenausgabe. Konkrete Hinweise gab es hierzu aus Mitarbeiterkreisen. Eine Beweisführung durch die Interne Revision war mit deren Mitteln jedoch nicht möglich.


Das Unternehmensmanagement entschloss sich, einen Detektiv als verdeckten Ermittler einzuschleusen und so den Nachweis zu führen. Nach der  Einarbeitungszeit gestalteten sich die Ermittlungen schwieriger als zunächst angenommen. Zum Einen wurden die Ermittlungen durch einen verfolgungswürdigen Zufallsfund verzögert, zum Anderen entpuppte sich im Laufe der Zeit der im Ermittlungsfokus stehende Mitarbeiter als weitgehend loyaler Mitarbeiter des Hauses.

Im Falle des Zufallfundes wurde entschieden, bis zum Ende der Ermittlungen in der Hauptsache den Erkenntnisgewinn unter Verschluß zuhalten. Ein Verbrennen des Ermittlers wurde somit vermieden. In der Hauptsache war selbst ein Handeln als Agent Provocateur nicht zielführend. Insgesamt gab es am Ende dieser Phase keinen unter Tatverdacht stehenden Mitarbeiter.

Im Mittelpunkt standen nunmehr die Organisationsabläufe und Personen externer Unternehmen, im Speziellen Lieferanten und Kunden. Der V-Mann wechselte in die Warenannahme. Die Anlieferung von Kopierern, Faxen, Drucker, Computer usw. erfolgte überwiegend in Europaletten mit einer bestimmten Stückzahl. Eine Kontrolle der Anlieferung erfolgte nur durch Zählung der Verpackungen. Die Paletten wurden anschließend im Hochregal gelagert.

Eine der ersten Maßnahmen war die Anweisung, die eingehenden Paletten zu wiegen. Unter Zugrundelegung der Gewichte der Paletten, der gelieferten Stückzahlen und der Einzelgewichte brachte dies den Durchbruch in der Causa Inventurdifferenz. Schnell wurden zu leichte Paletten lokalisiert. Bei der nun folgenden Einzelkontrolle wurden die inneren Packungen als leer erkannt.

Im Abschlussbericht wurden sämtliche Ermittlungergebnisse einschließlich dem Zufallsfund dokumentiert und dem Auftraggeber übergeben.

Abschließend sei noch erwähnt, daß ein Wiegen allein u. U. nicht ausreicht. Es sind auch Fälle bekannt, in denen die Täter dem Gewicht entsprechende Ersatzstoffe in die Verpackung legen.