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Kosten und Nutzen von Ombudssystemen

Whistleblowing Systeme werden von den fachlich Verantwortlichen, die kürzlich an einer von unserem Netzwerker Björn Rohde-Liebenau entwickelten Umfrage teilgenommen haben, ganz überwiegend als Instrument der Compliance bzw. Internen Revision und als Beitrag der Mitarbeiter zur Risikoidentifikation gesehen.


34 % erkennen in ihm zudem einen Beitrag zum Qualitätsmanagement. Allerdings befürchten 11% noch, hier könne ein Anreiz zum Anschwärzen von Führungskräften geschaffen werden, gar 25 % halten diese Systeme für eine Gefahr, weil Mitarbeiter gegen einander ausgespielt werden könnten.

In den Unternehmen von 24 % der Teilnehmer gibt es bereits ein Whistleblowingsystem, bei 20 % auch einen internen Ombudsmann, bei 16 % einen Externen. Immerhin 33 % der Teilnehmer kannten die Empfehlung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, auch kleine und mittlere Unternehmen sollten ein eigenes Whistleblowingsystem mit Ombudsfunktion nutzen.

Im Mittel würden die Teilnehmer knapp 16 € pro Mitarbeiter und Jahr für einen Ombudsmann ausgeben. Wegen der großen Bandbreite (4 % würden 100 € pro Mitarbeiter und Jahr ausgeben, 9 % nur 1 €), erscheint der Schwerpunkt der Antworten relevanter: der liegt eindeutig unter 10 € (das von 17 % angegeben wurde), ohne Einbeziehung der „Verweigerer“ wahrscheinlich um 6 € pro Mitarbeiter und Jahr. Für 20 % der Teilnehmer ist ein Ombudssystem offenbar keine Investitionen wert. Analog meinen 18 % der Teilnehmer kein Ombudssystem zu benötigen – während das nur für 5 % der Teilnehmer explizit auch für Whistleblowingsysteme gilt.

Die Erwartungen an ein solches Ombudsmann System sind sehr unterschiedlich. Immerhin 18% versprechen sich keinen nennenswerten Nutzen – nämlich einen, der unterhalb der Kosten liegt. 32 % der Teilnehmer vermuten, dass Kosten und Nutzen in etwa gleich ausfallen dürften – wobei dieser Wert wohl diejenigen einschließen dürfte, die in ein solches System zunächst nicht investieren wollen – bei denen also Kosten und Nutzen jeweils Null sind. Genau die Hälfte der Teilnehmer sieht also einen Nutzen, der die Kosten übersteigt, wobei 12% einen Nutzen erwarten, der die Kosten um das 3 – 10 – fache übersteigt, und 9 % sogar einen mehr als 10 Mal höheren Nutzen erwarten.

Um mit die zur Umsetzung des Compliancevorhabens Ombudsmann-System nötigen Entscheidungen und Umsetzungsschritte zu treffen, benötigen die Teilnehmer vor allem die Unterstützung der Geschäftsleitung – in 45 % der Fälle! Weitere Informationen fehlen 28 % der Teilnehmer, wohingegen die Abstimmung mit Arbeitnehmervertretern mit 25 % kein besonders Hindernis darzustellen scheint. Zeit und Geld sind natürlich ähnliche Engpässe.

225 Personen haben die Umfrage in der Zeit zwischen dem 09. und 30.06. 2010 geöffnet. 93 Personen haben zumindest eine Frage beantwortet und werden daher als Teilnehmer (gesamt) bezeichnet. 65 Teilnehmer haben alle Fragen beantwortet. Eine stärker wertende Betrachtung der Ergebnisse ist für eine Zeitschriften Publikation vorgesehen.

Link:
Empfehlungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (PDF)