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Dolose Handlungen

Als dolose Handlungen werden in der betriebswirtschaftlichen Literatur Handlungen im unternehmerischen Bereich bezeichnet, die zu absichtlichen Schädigungen von Unternehmen oder Dritten führen.


Darunter fallen Straftatbestände und Delikte aus dem Bereich der Wirtschaftskriminalität wie Diebstahl, Betrug, Untreue, Urkundenfälschung und Unterschlagung. Erweiterte Begriffsfassungen zählen hierzu auch Delikte aus dem Bereich der „Computerkriminalität“ sowie Korruption und illegale Preisabsprachen. Ausgeführt werden dolose Handlungen durch die unrechtmäßige Aneignung von Vermögen zum Zwecke der persönlichen Bereicherung.

Der dabei angerichtete Schaden wird vorsätzlich herbeigeführt oder zumindest grobfahrlässig in Kauf genommen; er richtet sich gegen das Unternehmen bzw. gegen „Dritte“, aber nicht primär gegen den Staat. Diese absichtsvollen Schadenshandlungen gelten als widerrechtlich und stellen zumeist strafrechtlich relevante Delikte dar. Weitere Kennzeichen solcher Handlungen sind, dass sie keine Gewaltausübung erfordern und als Taten schwer erkennbar sind. Die Schadenssummen können je Einzelfall beträchtlich sein.

Der Begriff Dolose Handlung leitet sich etymologisch aus dem Lateinischen ab und geht zurück auf dolus in der Bedeutung von List, Täuschung, Arglist und Betrug. In der betriebswirtschaftlichen Literatur findet sich auch der synonym verwendete englische Begriff Fraud. Joseph Wells beispielsweise definiert occupational Fraud als: “the use of one´s occupation for personal enrichment through the deliberate misuse or misapplication of the employing organization´s resources or assets.”

Im Hinblick auf die unternehmensbezogene Krisenforschung, ist die Betrachtung doloser Handlungen von zunehmender Bedeutung. Gleichwohl derartige wirtschaftskriminelle Delikte als Ursachen für Unternehmenskrisen immer mehr Beachtung finden, hat dies in der betriebswirtschaftlichen Ursachenforschung zu unternehmerischen Krisen und ihrer Bewältigung noch keinen systematischen Niederschlag gefunden.