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Faktorenkomplexe

Dolose Handlungen begründen sich in zum einen in Faktorenkomplexen, die mit der handelnden Person - also dem Täter - verbunden sind. Hierzu gehören Charakter und Persönlichkeit des Handelnden sowie dessen persönliche Lage und Situation.


Handelt der Täter aus kalter Berechnung oder ist er getrieben von Großmannssucht und Geltungsdrang? Glaubt er sich über dem Gesetz stehend und fordert in arroganter Manier sein Recht ein oder setzt er sich nur gedankenlos darüber hinweg? Befindet er sich in einer finanziellen Notlage, oder ist seine private Situation unproblematisch? Fragen wie diese interessieren die Staatsanwaltschaft und den Richter, für die betriebswirtschaftliche Betrachtung sind Antworten darauf jedoch weniger von Belang.

Dies gilt ganz und gar nicht für den zweiten Faktorenkomplex, der im Unternehmen gegründet ist und Gelegenheitsstrukturen und Zugriffsspielräume beschreibt, wie sie der Täter braucht, um dolose Handlungen überhaupt erst begehen zu können.

Diese Faktoren sind durch die Organisation der Unternehmensabläufe und firmeninternen Finanzströme vorgezeichnet, und sie bieten damit auch geeignete Angriffspunkte für regulatorische Eingriffe im Kontext von AFM-Maßnahmen und zur Tatprävention.