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Wirtschaftskriminalität

Der Begriff der Wirtschaftskriminalität, obschon in vieler Munde, ist nicht eindeutig definiert worden. Hierbei wird in der Sprache der Fachleute der Begriff Fraud und Wirtschaftskriminalität oftmals identisch benutzt. Eine andere Bezeichnung hierfür ist der Begriff der dolosen Handlung.


Gemeint ist immer das Gleiche: Wirtschaftskriminelle Handlungen sind Straftaten, die sich im Wirtschaftsleben unter Missbrauch des dort herrschenden Vertrauensprinzips ereignen. Wirtschaftsleben bedeutet, dass sich diese Straftaten bei der Ausübung wirtschaftlicher Tätigkeiten ereignen; nicht zwangsläufig ist damit gemeint, dass sie nur in Unternehmen auftreten. Auch andere Organisationen betätigen sich wirtschaftlich.

Basierend auf einer Definition des Institute for Internal Auditors in den USA versteht man Fraud als Unregelmäßigkeiten und unrechtmäßige Handlungen durch vorsätzliche Täuschungen oder falsche Darstellung. Der Fraud-Begriff dieser Prägung umfasst auch den Korruptionsbegriff.

Für die Praxis kann die folgende Definition hilfreich sein:

Wirtschaftskriminalität ist die Summe der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die in Organisationen, an Organisationen und durch Organisationen begangen werden. Hierbei wird die Mitarbeiterkriminalität mit eingeschlossen.

Der Begriff der Organisation weist darauf hin, dass nicht nur Unternehmen von Wirtschaftskriminalität betroffen sein können, sondern auch gemeinnützige Organisationen oder Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Die hier gewählte Betonung der Straftaten erwächst aus unserer praktischen Erfahrung, dass im Focus der Tätigkeiten in der Regel Straftaten stehen und beispielsweise Ordnungswidrigkeiten keine große Rolle in der Konstruktion eines Anti Fraud Management-Systems spielen.