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Beispiel aus unserer Praxis: Die Kosten von Wirtschaftskriminalität

Das folgende Beispiel gibt einen Überblick zu den Kosten, die durch primäre und sekundäre Schäden in Folge eines Topmanagement-Frauds in einer Beteiligung entstanden sind.


Primäre Schäden sind die direkten durch die dolosen Handlungen entstandenen Schäden. Sekundäre Schäden sind solche, die auf Grund der dolosen Handlungen mehr oder minder zwingend entstehen und bei denen die betroffene Organisation hinsichtlich ihrer Entstehung keine Möglichkeit zur Verhinderung hat, etwa Prüfungs- und Rechtsberatungskosten. Hierunter können auch steuerliche Nachzahlungen fallen, wenn bestimmte Kosten nicht mehr als einkommensmindernd eingestuft werden.

Die dolosen Handlungen wurden im hier entwickelten Beispiel durch einen Geschäftsführer über einen mehrjährigen Zeitraum in einer ausländischen Beteiligung begangen. Eine angemessene Überwachung der Beteiligung oder des Managements gab es nicht. Eine erstmalige Prüfung durch eine Interne Revision mit einschlägigen Fachkenntnissen zu Fraud hat innerhalb von drei Tagen die Aufarbeitung der Straftaten ins Rollen gebracht.

Insgesamt wurde für die prüferische Aufarbeitung des Schadens eine mehrmonatige Sonderuntersuchung durchgeführt, in der bis zu drei Prüfer parallel verschiedene Prüffelder bearbeitet haben und eine gerichtssichere Dokumentation dem Mandanten übergaben. Hierbei wurden auch IT-Daten gerichtsverwertbar gesichert und ausgewertet. Auf diese Weise konnten wesentliche Beweismittel erbracht werden, die zudem die Ausrichtung der Prüfung hinsichtlich der Untersuchungsobjekte wesentlich erleichtert hat.

Die begangenen Straftaten umfassten völlig unterschiedliche Straftatbestände wie Diebstahl und Unterschlagung, Manipulation von Boni- und Gehaltszahlungen des Geschäftsführers, Fahren von mehreren, ihm nicht zustehenden Dienstwagen der Luxusklasse, überhöhte Spesenabrechnungen (Spesenreiterei), Kauf von Einrichtungsgegenständen, Missbrauch von Unternehmensressourcen sowie Einsatz von Mitarbeitern für private Zwecke. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick zu den entstandenen Kosten:

Schadenselement

Entstandene Kosten

Beschreibung

Primärer Schaden

1.200.000 Euro

Direkte Schäden durch dolose Handlungen wie oben beschrieben.

Prüfungskosten

200.000 Euro

Prüfungsgebühren und Auslagen sowie Reisekosten des Beraters

Kosten für Rechtsberatung

50.000 Euro

Kosten für Rechtsberatung und Rechtsbeistand im laufenden Verfahren gegen den Geschäftsführer

 

1.750.000 Euro

 

 
Nicht berücksichtigt ist hier, dass ein Teil des Schadens durch die Finanzverwaltung des Landes nicht mehr als Kosten akzeptiert worden sind, weil sie der privaten Sphäre des Geschäftsführers zuzuordnen waren und es darum auch zu erheblichen Steuernachforderungen kam. Dieser Betrag liegt schätzungsweise bei nochmals 30 – 50.000 Euro. Damit ergibt sich ein Gesamtschaden in diesem Beispiel von ca. 1,8 Mio. Euro.

Solche Beträge können gerade für kleinere Beteiligungen bereits existenzgefährdend werden. Hinzu kommt, dass gerade bei Beteiligungen große Freiräume für die Manager existieren, die eben auch kriminell ausgenutzt werden können.

Weiterführende Informationen

Primäre Schäden...

Sekundäre Schäden...