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Was ist Wirtschaftskriminalität?

Die Schwierigkeiten im Umgang mit Wirtschaftskriminalität beginnen bereits beim Versuch einer allgemeingültigen Begriffsbestimmung. Es ist der Wissenschaft bisher nicht gelungen, eine befriedigende Antwort auf diese Frage zu geben: "Obwohl die Wirtschaftskriminalität und ihre Bekämpfung eines der bedrängendsten Themen der Gegenwart ist, gehört die Bestimmung dessen, was Wirtschaftskriminalität bzw. eine Wirtschaftsstraftat ist, zu den noch nicht geklärten Grundsatzfragen, …" Das mag erstaunen, ist aber wahr.


Im Rahmen unserer Tätigkeiten zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität gehen wir von der folgenden, durch uns – aus der Praxis für die Praxis – entwickelten, Definition aus:

Wirtschaftskriminalität ist die Summe der Straftaten, die in Unternehmen, an Unternehmen und durch Unternehmen begangen werden. Dies schließt auch die Mitarbeiterkriminalität mit ein. Wichtig zu wissen ist, dass Mitarbeiterkriminalität nur ein Teilbereich ist.

Wirtschaftskriminelle Handlungen sind Straftaten, die sich im Wirtschaftsleben unter Missbrauch des dort herrschenden Vertrauensprinzips ereignen. Wirtschaftsleben bedeutet, dass sich diese Straftaten bei der Ausübung wirtschaftlicher Tätigkeiten ereignen; nicht zwangsläufig ist damit gemeint, dass sie nur in Unternehmen auftreten. Auch andere Organisationen betätigen sich wirtschaftlich.

Mit einer solch weit gefassten Definition werden all diejenigen Tatbestände erfasst, mit denen sich ein Unternehmen bzw. eine Interne Revision konfrontiert sieht. Erfasst werden die Tatbestände, die es zu vermeiden gilt (Prävention), die identifiziert werden müssen (Aufdeckung), die aufgeklärt werden müssen (Sonderuntersuchung), und aus denen für die Organisation Lehren gezogen werden müssen (Beratung).

Im Folgenden sind einige wenige Beispiele genannt, um die Bandbreite einschlägiger doloser Handlungen vom einfachen Mitarbeiterdiebstahl bis hin zur Bilanzmanipulation zu illustrieren:

  • Untreue
  • Betrug
  • Diebstahl
  • Unterschlagung
  • Datenveränderung
  • Computersabotage
  • Wirtschaftsspionage
  • Ausspähen von Daten
  • Urkundenfälschung
  • Fälschung beweiserheblicher Daten
  • Unterdrückung und Vernichtung von Urkunden
  • Bestechung
  • Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr
  • Submissionsbetrug
  • Steuerdelikte
  • Insiderdelikte
  • Geldwäsche
  • Buchführungs- und Bilanzmanipulationen

Gestiegen sind zuletzt insbesondere die Deliktzahlen aus den Bereichen Wirtschaftsspionage und Produktpiraterie sowie Korruption. Es ist zu konstatieren, dass Deutschland – abgesehen von den Bilanzmanipulationen und den Insiderdelikten – im westeuropäischen Vergleich eine überdurchschnittliche Delikthäufigkeit zu verzeichnen hat.

Kritisch müssen wir anmerken, dass die soziale Akzeptanz dieser Straftaten leider hoch ist. Wirtschaftskriminelle werden nicht als das betrachtet, was sie sind, nämlich Personen oder Institutionen, die das wirtschaftliche Agieren insgesamt schädigen. Wirtschaftskriminalität ist ein interdisziplinäres Problem, das man nicht auf buchhalterische Fragen reduzieren darf. Fast immer sind juristische und betriebswirtschaftliche Expertise gefragt.

Die Anzahl der Delikte und die Formen ihrer Begehung sind unterschiedlich; kein Fall gleicht dem anderen. Dies ist übrigens auch ein Grund dafür, warum schematische Vorgehensweisen scheitern müssen. Hier zählt Erfahrung. Wirtschaftskriminalität ist komplex und dynamisch, auch darum müssen Prävention und Bekämpfung durch erfahrene Experten geleistet werden.