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Verträgliches Verhalten versus Devianz

Eine mögliche Eigenschaft, die ein Integritätstest untersucht, ist die Frage nach der Dominanz oder Verträglichkeit von Menschen. In unserer Praxis findet man beispielsweise Täter, die im Nachhinein durch ihr extrem autoritäres, keinen Widerspruch duldendes Verhalten aufgefallen sind.

Alleine ist eine solche Charaktereigenschaft noch kein Risikofaktor eigener Art, in Verbindung mit anderen kann er eine wichtige Bedeutung bekommen. So kann dominantes Verhalten dazu dienen, dolose Handlungen zu verschleiern, weil etwa der Zugriff auf Informationen oder Dokumente unterbunden wird. Damit besteht keine Möglichkeit, die Ordnungsmäßigkeit von Vorgängen zu beurteilen.

Hohe Werte im Bereich Verträglichkeit deuten also darauf hin, dass wir hier jemanden vor uns haben, der wenig daran interessiert ist, andere Menschen zu dominieren oder zu beeinflussen.

Die Person hat ein aufrichtiges Interesse an ihren Mitmenschen. Es geht ihr auch nicht in erster Linie um die Durchsetzung eigener Interessen.

Menschen, die niedrige Werte in diesem Feld erreichen, sind eher daran interessiert ihre eigene Meinung und ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Das kann bis zu Manipulationen oder die gezielte Ausübung von Druck gehen:

  • öffentliches Bloßstellen von Mitarbeitern, um ihre Autorität zu untergraben
  • negative Einstellung zu Prüfungen und Untersuchungen bis hin zur strikten Weigerung zu kooperieren
  • eingeschränkte Informationspolitik, Weigerung Unterlagen herauszugeben
  • bewußte Irreführung durch falsche, widersprüchliche oder fehlende Informationsweitergabe